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ruben.kindswohl.info
14. Dezember 2006
Michael Handel

Gästebucheintrag

Beim Lesen der Beiträge wird vor allem eines Deutlich: Der Kampf der Geschlechter. Männer wie Frauen berufen sich auf das Wohl von Ruben. Es wird fleissig spekuliert und behauptet.

Als die Kindesmutter vor über vier Jahren meinen Sohn aus meiner rechtskräftig verfügten Obhut entführte und ich über Monate keinen Kontakt zu ihm - und er zu mir - haben konnte, musste ich ähnliche schmerzliche Erfahrungen machen. Daher befürworte ich keinesfalls die Entführung eines Kindes. Unbestreitbar hat der Vater und Ruben das Recht, sich zusehen und sich neu "kennen zu lernen". Auch unterstütze ich Väteranliegen im Bezug auf das gemeinsame Sorgerecht sowie der Gleichberechtigung in der Obhutszuteilung. Damit verbunden auch das Recht, für sein Kind zu sorgen und bei seiner Entwicklung nicht Zuschauer zu sein, sondern aktiv daran Teil zu nehmen.

Mit der Geschichte von Ruben habe ich mich ernsthaft auseinandergesetzt. Sämtliche vom Vater Bianchi zugestellten Akten und Briefe habe ich gelesen, mit Zeugen gesprochen, Photos und Filme gesehen und die gesamte Aktenlage tagelang studiert. Dabei bin ich zum Schluss gekommen, dass sich Ruben bei der Mutter wohl fühlt. Die Vater - Kind - Beziehung scheint in vieler Hinsicht belastet. Für mich als Vater macht es keinen Sinn, mein Kind aus einer für ihn zufriedenstellenden Situation heraus zu reissen. Noch weniger, dermassen verbissen auf meinem Recht auf Obhut zu bestehen, wenn damit die Interessen und Bedürfnisse meines Kinder übergangen werden.

Der Fall Ruben ist zum Politikum verkommen. Er steht mitten im Kampf der Geschlechter und beide Seiten wissen selbstverständlich am Besten, was für Ruben das Beste ist. Ernsthaft damit auseinandergesetzt haben sich die Wenigsten. Mütter haben Rechte, Väter auch, und was ist mit Ruben? Wieso darf er nicht bei seiner Mutter bleiben, wenn er sich dort wohl fühlt? Und warum ist es nicht möglich, den Konflikt zu schlichten, so dass Ruben auch seinen Vater und der Vater seinen Sohn wieder kennen lernen kann? Die Situation ist verfahren: Solange der Vater seinen Sohn unbedingt bei sich in Italien in seiner Obhut haben will, wird die Mutter Ruben versteckt halten und ihm ein so normales Leben wie möglich bieten. Den Kampf verbissen weiter zu führen gibt nur Verlierer und geht - darin bin ich mir sicher - primär auf Kosten von Ruben. Lösen kann dieses Problem nicht die Justiz, auch nicht öffentliches Entsetzen, sondern einzig vernünftige Eltern und neue Lösungsansätze.

Michael Handel
KINDEROHNERECHTE.CH
www.kinderohnerechte.ch

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Brief an die Medien
Leserbrief Herr Fuchs