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Standort: Home > Betroffene > Lucille Hunkeler > Spendenaufruf

Verein Solidarität für Lucille und Ruben
13. November 2007
Vereinspräsidentin Isabelle Michel

Verein Solidarität für Lucille und Ruben
Spendenaufruf

Lucille Hunkeler und ihre Geschichte sind schon seit Wochen in den Schlagzeilen und viele mögen das Thema schon gar nicht mehr hören. Dabei hat Lucille noch gar nicht die Möglichkeit gehabt, selber etwas zu sagen.

Seit Jahren stellt ihr Ex-Mann Stefano Bianchi sich in den Medien gekonnt und mit grossem Aufwand als Opfer dar. Wir Freunde von Lucille kennen ihre Geschichte sehr gut und sind extrem traurig über das, was ihr passiert ist und noch passiert.

Wir sind auch enttäuscht über die Schweiz, über unser Land, für welches wir stolz unzählige Radrennen bestritten haben. Der "Fall Ruben" hat unser Vertrauen in die schweizerische Justiz grundsätzlich erschüttert. Es ist uns wichtig, möglichst viele Leute zu informieren und zu sensibilisieren. Aus diesem Grund fassen wir die Geschichte für Sie kurz zusammen:

Die Ehe zwischen Lucille und Stefano funktionierte nicht lange gut. Wie in jeder Beziehung die scheitert, tragen beide Verantwortung. Die krankhafte Eifersucht Stefano's machte Lucille das Leben sehr schwer, Stefano vermisste die weibliche Demut bei Lucille. Die Trennung des dottore und der bella bionda war ein Thema in der toskanischen Stadt, wo die beiden wohnten, was besonders für Stefano sehr schwierig war. Für ihn war die Trennung ein Gesichtsverlust.

Lucille hatte 2002 ihren Wohnsitz noch in Italien, reiste aber häufig in die Schweiz, um Radrennen zu bestreiten. Während der Zeit wohnte sie jeweils mit ihrem Sohn Ruben bei ihren Eltern in Uffikon. So auch im August 2002, anlässlich der Schweizermeisterschaften. Der bereits von ihr getrennte Ehemann schreibt ihr in einem SMS, sie müsse gar nicht mehr zurückkommen und reicht kurz darauf eine Klage wegen Kindsentführung ein. Lucille ist ahnungslos in die Kidnappingfalle des Haager Abkommens (HEntfÜ) getappt.

Als Lucille im Oktober 2002 nach einer Gerichtsverhandlung in Pistoia noch in die Wohnung gehen will, um persönliche Sachen zu holen, wird sie von Stefano brutal geschlagen. Zum Glück gibt es Zeugen, welche den Vorfall beobachtet haben. Lucille erhebt Anzeige (an drei verschiedenen Orten). Kurioserweise verschwinden alle drei. Dadurch können sie in allen darauf folgenden Zivilgerichtsverfahren nicht berücksichtigt werden, besonders auch nicht im Rückführungsverfahren gemäss Haager Übereinkommen. Alle schweizerischen Instanzen verweisen unkritisch auf den Umstand, dass nicht sie, sondern Italien zuständig ist und führen den Entscheid des italienischen Gerichts ungeprüft aus!

Während der Trennung haben beide das Sorgerecht. Er, der vermögende Mann, behandelt Lucille und Ruben finanziell schlecht. Lucille muss von ihren Eltern unterstützt werden, denn arbeiten kann sie nicht, will und muss sie doch Ruben betreuen. Der Vater nimmt das Besuchsrecht nur teilweise wahr. In diese Zeit fallen Ereignisse, welche zeigen, dass Lucille's Angst vor ihrem Noch-Ehemann gerechtfertigt ist.

Als Lucille im Dezember 2003 völlig entnervt und in grosser Angst um Ruben und sich zu ihren Eltern zurückkehrt, gibt es ein zweites Verfahren wegen Kindsentführung. Und zum zweiten Mal entscheidet das Bundesgericht die Rückführung Rubens nach Italien. Lucille sollte mit Ruben also in ein Land zurück, welches ihre Rechte überhaupt nicht berücksichtigt und ihre Strafanzeigen verschwinden liess.

Während Lucille in Uffikon gegen die Rückführung kämpft, bewirkt Stefano in Italien ein Abwesenheitsurteil, das ihm das alleinige Sorgerecht zuteilt. Da ihr das Urteil perfiderweise nach Italien und nicht nach Uffikon zugestellt wird, kann sie es nicht anfechten. Lucilles Anwältin in Italien legt daraufhin ihr Mandat, wie viele nach ihr auch, nieder.

Alle Urteile im Fall Lucille sind Abwesenheitsurteile, in denen Lucille nicht vertreten oder nicht verteidigt war. Es gibt also kein ordentliches Verfahren mit allen Rechten und Beweisen beider Parteien -und schon gar nicht mit einem Beistand für Ruben (was in solchen Fällen heute in der Schweiz üblich ist), welches über die Scheidung und das Sorgerecht rechtskräftig entschieden hätte.

Lucille sah den einzigen Ausweg, sich und ihren Sohn vor Stefano zu schützen, in der Flucht. Deshalb tauchte sie unter. Nicht einmal wir Freunde wussten, wo sie steckte. Doch wir waren überzeugt, dass Lucille, die eine enorm starke Frau ist, die Situation meistern würde. Am 26. Oktober 2007 wurde Lucille in Maputo (Moçambique) verhaftet und unter dubiosen Umständen nach Italien und nicht - wie vom Schweizer Konsul in Moçambique versprochen - in die Schweiz gebracht. Was unserer Freundin widerfahren ist, macht uns wahnsinnig traurig.

Ein Justizirrtum hat Lucille in die Flucht gejagt und nun sitzt sie, getrennt von ihrem neuen Lebenspartner (und dessen Kind) in Italien in Untersuchungshaft. Lucille ist mittellos. Kein italienischer Anwalt wollte den Fall übernehmen. Die italienische Pflichtverteidigerin hatte das Handtuch nach nur einem Monat geworfen. Das ist nicht unverständlich: Seit der Trennung sind zahllose Personen von Stefano bedroht, angeklagt, angezeigt und vor Gericht gezerrt worden. In der Schweiz kann Lucille auf die Anwälte Heidi Affolter und Reto Gantner zählen. Diese können sie aber in Italien nicht vertreten.

Wir können nicht viel tun für unsere Freundin. Die einzige Möglichkeit, sehen wir darin, ihr Geld zu besorgen für gute Anwälte in Italien, für ihre Verteidigung und zur Wiederaufnahme der in ihrer Abwesenheit durchgeführten Verfahren. Wir haben zu dem Zweck ein Spendenkonto bei der Post (85-403869-5) eingerichtet: "Solidarität für Lucille & Ruben". Das Geld wird zu 100% für Lucille's Verteidigung verwendet.

Für weitere Informationen können Sie gerne unsere Homepage besuchen:
www.spendenkonto-lucille.info

Isabelle Michel
Präsidentin
Verein Solidarität für Lucille & Ruben

Nadja Kilchmann
Vize-Präsidentin
Verein Solidarität für Lucille & Ruben

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SUCHBEGRIFF:

 
Brief an Lucille
Liederblatt
Brief an die Medien
Leserbrief Herr Fuchs