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Standort: Home > Briefe > Brief an Gemeinderat Lutzenberg

www.zivilcourage-ch.ch
22. September 2004
Margot Scherz

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Brief an den Gemeinderat Lutzenberg

Zürich, 22.09.04

Gemeinderat Lutzenberg
Herrn Erwin Ganz
9426 Lutzenberg

Besuchsrecht von Herr Schmidlin mit Töchtern Jessica und Jennifer

Als Eltern, die in ähnlich schwerwiegenden Konflikten standen wie die Familie Schmidlin, fühlen wir uns durch Ihren Entscheid vom 8.9.04 angesprochen und betroffen.

Das Kamerateam der Rundschau filmte nicht nur Herrn Schmidlin mitsamt seinen Töchtern, sondern besuchte uns in unser Selbsthilfegruppe und machte in einer anderen Familie ebenfalls Aufnahmen. Dies, weil sich leider immer wieder zeigt, dass Behörden Situationen falsch einschätzen, emotionale Entscheide treffen und damit den ohnehin geprüften Familien mehr schaden denn helfen. Es geht hier also um Konflikte, die gesamtschweizerischen Charakter angenommen haben. Wir von ZIVILCOURAGE wollen uns nicht grundsätzlich gegen Behörden stellen, sondern fühlen uns aufgerufen zu sensibilisieren, zu vermitteln, aber auch aufzurütteln um schliesslich Dramen, wie Amokläufe, Selbstmorde und Traumatisierungen zu verhindern. Im Hinblick auf die Revision des Vormundschaftsrechts ist eine Aufklärung der aktuellen Praxis angebracht.

Herr Schmidlin handelte damit sowohl als verantwortungsvoller Vater wie Staatsbürger. Als Mutter und Sozialarbeiterin kann ich mir kaum vorstellen, dass die Mädchen Jennifer und Jessica sich langweilten oder gar das Vertrauen in ihren Vater verloren, weil sie gefilmt wurden. So schnell brechen Kinder nicht mit ihren Eltern! Fast könnte Ihre Einschätzungen den Eindruck erwecken, dass Sie sich selber angegriffen fühlen. Wenn ja, scheint es uns fairer über die eigene Betroffenheit zu sprechen, anstatt die Kinder, von denen ja Originalzitate fehlen, ins Feld zu führen.

Die Gruppe ZIVILCOURAGE steht voll hinter Herrn Schmidlin, der sehr unter der Trennung seiner Töchter leidet und meinen, dass dieser Fall mittlerweile von öffentlichem Interesse ist. Wir ersuchen Sie, um weitere Eskalationen zu vermeiden, das Besuchsrecht von Herrn Schmidlin vollumfänglich wieder herzustellen.

i. A. von ZIVILCOURAGE
Margot Scherz, Sozialarbeiterin

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SUCHBEGRIFF:

 
Oliver Schmidlin