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Standort: Home > Briefe > Brief an Bundesrat Prof. Dr. Joseph Deiss

Michael Handel
07. März 2006

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Brief an Bundesrat Prof. Dr. Joseph Deiss

Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement
Bundesrat Prof. Dr. Joseph Deiss
Bundeshaus Ost
3003 Bern

Bisikon, den 07. März 2006

Betreff: KAMPFHUNDEVERBOT

Sehr geehrter Bundesrat Prof. Dr. Joseph Deiss

Wie die Medien ausführlich berichteten, wurde am 01. Dezember 2005 ein sechsjähriger Knabe beim Gang in den Kindergarten Oberglatt ZH von einem Pitbull zerfleischt. Diese Tragödie bewegt umso mehr, als dass es jedes Kind und dessen Eltern hätte treffen können.

Es gehört zur Aufgabe des Staates, Kindern beim Gang in öffentliche Einrichtungen wie den Kindergarten, aber auch im Alltag, den bestmöglichen Schutz vor Gefährdungen zukommen zu lassen. Gerade bei Kampfhunden übersteigt es die Fähigkeiten eines Kinder, die davon ausgehende Gefahr zu erkennen, diese einzuordnen und mit ihr umzugehen. Ebensowenig kann von den Eltern erwartet werden, ihre Kinder zu ihrem Schutz ganztags zu begleiten. Die wiederholten Attacken von Kampfhunden gegenüber Kindern machen deutlich, dass es nicht ausreicht, dahingehend härtere Strafen anzustreben. Notwendig ist ein Verbot jener Hunderassen, welche die Tendenz dazu zeigen, Menschen zu attackieren und in diesem Zusammenhang auch auffallen. Die Walliser Regierung hat als Schritt in die richtige Richtung einen mutigen und wichtigen Entscheid gefällt, indem sie die zwölf als gefährlich eingestuften Hunderassen verboten hat. Dabei bleiben Hundeliebhaber und Züchter ausreichend Alternativen offen.

Wenig Verständnis habe ich für Ihre Kehrtwende, äusserten Sie sich anfänglich positiv für ein Verbot, für einschränkende Massnahmen sowie Auflagen im Zusammenhang bestimmter Kampf-hunderassen. So fordern Sie heute Anstelle eines Verbotes von Kampfhunden lediglich härtere Strafen gegenüber verantwortungslosen Hundehaltern. Präventive Massnahmen fehlen damit gänzlich. Gerade solche sind jedoch notwendiger denn je und werden auch gefordert: Deutlich zeigte dies die BLICK-Petition für ein Pitbull-Verbot, welche innert wenigen Tagen mit 180'000 Unterschriften an Sie übergeben wurde. Offensichtlich übersehen Sie als Bundesrat dieses klare Signal seitens der Schweizer Bürger-Innen. Kinder stellen weder eine wirtschaftliche Verwertbarkeit, noch einen wirtschaftlichen Schaden dar. Das Leben eines Kindes bedeutet mehr als das von Hunden. Bei weiteren Kampfhundeattacken sehe ich es als zwingend, den Gesetzgeber in die persönliche Mitverantwortung mit einzubeziehen.

Attacken von Kampfhunden, enden diese tödlich oder „nur“ mit Verletzungen, hinterlassen lebenslange Traumata. Der Verlust eines Kinder belastet Familien und deren Angehörige ein Leben lang. Dies gilt es mit notwendigen gesetzlichen Änderungen zu verhindern.

Mit der höflichen Bitte um Kenntnisnahme verbleibe ich

hochachtungsvoll

Michael Handel

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Bundesrat Prof. Dr. Joseph Deiss
15. Mai 2006

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SUCHBEGRIFF:

 
Kampfhunde
Medienmitteilung