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Standort: Home > Briefe > Brief an den BEOBACHTER

Michael Handel
05. Dezember 2006

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Leserbrief an den BEOBACHTER

Der Schweizerische Beobachter
Jean Frey AG
z.Hd. Herr Thomas Grether
Förrlibuckstrasse 70
Postfach
8021 Zürich

Bisikon, den 05. Dezember 2006

Betreff: WELCHES KIND IST HEUTE NOCH NORMAL?

Sehr geehrter Herr Thomas Grether

Beiliegend mein Leserbrief zu Ihrem Artikel. Ich danke Ihnen für Ihren Mut, das heickle Thema rund um die Selektionierung und Therapierung von Kindern anzusprechen. Wie Sie richtig festhalten, leben viele Fachkräfte vom Elend der Kinder. Gezwungenermassen wird es nötig, Kinder schon bei minimalen Normabweichungen für «Defekt» zu erklären. Dies schafft im Endeffekt – nach Ende des Therapieprogramms – tatsächlich traumatisierte Kinder.

 

Profiteure des Elends

Es ist nicht neu, dass das Schweizer Sozialwesen auch gleichzeitig Nutznieser des menschlichen Elends ist. Was machen denn auch die vielen Psychiater, Therapeuten, Heilpädagogen, Sozialarbeiter und Beistände – um nur einige zu nennen - , wenn es schon nur der Hälfte der «defekten» Kinder plötzlich gut geht? Diese im grossen Stil von ihnen untersuchten, selektionierten und therapierten Kindern sichern ihre Arbeitsplätze und sind gleichzeitig Material für Studien. Schon länger kritisiere ich die Machenschaften der Schweizer Sozialpolitik – speziell im Pflegekinderwesen – und den damit verbundenen verhängnisvollen Interessenskonflikten. Es gibt sicherlich Kinder, die Hilfe dieses Helfersystems benötigen. Ich meine aber, es gibt zunehmend mehr Helfer die dringend Arbeit brauchen.

Michael Handel
www.kinderohnerechte.ch

 
Mit freundlichen Grüssen

Michael Handel

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