Brief an Bundesrat Christoph Blocher
Arbon, 06. November 2006
Herr Christoph Blocher
Bundesrat
EJPD
Bundeshaus
3003 Bern
Postulat Wehrli
Sehr geehrter Herr Blocher
Am 07.05.2004 hat Nationalrat Reto Wehrli das Postulat 04.3250 „elterliche Sorge: Gleichberechtigung“ eingereicht. Nun sind 2 ½ Jahre vergangen. Letztes Jahr wurde vom Nationalrat ein Auftrag an den Bundesrat erteilt,
- zu prüfen, wie die gemeinsame elterliche Sorge bei nicht oder nicht mehr miteinander verheirateten Eltern gefördert und ob die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall verwirklicht werden kann;
- dem Parlament gegebenenfalls Vorschläge für eine Revision der einschlägigen Bestimmungen des ZGB zu unterbreiten.
Bis jetzt ist nichts passiert. Gerne würde ich als Vertreter der Selbsthilfegruppe VoS (Väter ohne Sorgerecht) des Kantons Thurgau und anliegender Regionen sowie der Gruppe www.doubtfire.ch erfahren, wie weit der Bundesrat und insbesondere das EJPD diesen Auftrag wahrgenommen hat.
Wie ist das weitere Vorgehen in dieser so wichtigen, die Zukunft unserer Gesellschaft und unserer Kinder betreffenden Frage? Es kann weder im Interesse des Bundesrates noch der Schweizer Gesellschaft und vor allem nicht der Kinder sein, dass diese Problematik verzögert wird und somit die vaterlose Gesellschaft weiter fortschreitet.
Ich und mit mir Tausende von Vätern und Scheidungswaisen hoffen deshalb, dass Sie, Herr Bundesrat Blocher, uns eine befriedigende Antwort geben können, z.B., dass die Prüfung der gemeinsamen elterlichen Sorge als Regelfall erfolgt ist und eine entsprechende Gesetzesänderung demnächst in die Vernehmlassung geht.
Im weiteren möchte ich betonen, dass gerade die von einer Scheidung und somit von einer Trennung von ihren Kindern betroffenen Väter sowie ihre Kinder vehement für die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gemäss Bundesverfassung Art. 8 sind. Eine zur Makulatur degradierten Bundesverfassung ist der Schweiz nicht würdig.
Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Erfolg für diesen, Ihren Auftrag und danke im Voraus bestens für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüssen
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Beilagen:
- „Eine moderne Geschichte“
- „Die diskriminierten Scheidungsväter“
Kopie:
- Bundesrat |